Eisenmangel

Eisenmangel und daraus entstehende Erkrankungen zählen zu den häufigsten klinischen Symptomen in der ärztlichen Praxis. Man geht davon aus, dass zehn bis 35 Prozent der Bevölkerung von Eisenmangel mit oder ohne Anämie (Blutarmut) betroffen sind.

https://www.aerztezeitung.at/fileadmin/PDF/2016_Verlinkungen/State_Eisentherapie.pdf

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Vor allem Frauen leiden häufig unter Eisenmangel. Grund ist die monatlich Regelblutung. Über 50 Prozent des im Körper vorhandenen Eisens sind an den roten Blutfarbstoff gebunden. Bei jedem Blutverlust kommt es deshalb auch zum Verlust von Eisen.

Eine weitere Risikogruppe sind sportlich aktive Menschen. Je intensiver der Sport, desto grösser das Risko. Beim Langstreckenlauf oder beim Radfahren können mikroskopisch kleine Zellschäden an der Darmschleimhaut entstehen, die zu Blutverlusten führen.

Auch Vegetarier und Veganer sollten ihren Eisenspiegel im Auge behalten. Gemüse, Getreide oder Nüssen enthalten zwar Eisen. Rotes Fleisch und Meeresfrüchte enthalten aber deutlich mehr Eisen, das zudem vom Körper besser verwertet werden kann, als das in pflanzlichen Lebensmitteln enthaltene Eisen.

Eine besondere Risikogruppe für Eisenmangel sind Menschen in der zweiten Lebenshälfte. Dafür gibt es eine Vielzahl von Gründen. Zum einen ernähren sich ältere Menschen häufig nicht so ausgewogen, wie es nötig wäre. Zum anderen können viele Medikamente einen Eisenmangel begünstigen. Ein Beispiel sind blutverdünnende Präparate, die viele Menschen zur Vorbeugung von Herz-Kreislauferkrankungen nehmen. Diese Medikamente können zu Mikroblutungen und damit zu Blut- und Eisenverlust führen. Schließlich können auch verborgene entzündliche Prozesse und Tumorerkrankungen Eisenmangel verursachen.

Der Eisenmangel auf der Welt hat die Ausmaße einer Epidemie angenommen.

Die Weltgesundheitsorganisation WHO bezeichnet Eisenmangel als die häufigste und am weitesten verbreitete Ernährungsstörung der Welt: „Die Zahlen sind erschütternd: 2 Milliarden Menschen – über 30% der Weltbevölkerung – sind anämisch, viele davon aufgrund von Eisenmangel.“

„Eisenmangel ist der einzige Nährstoffmangel, der auch in den Industrieländern signifikant ist.“

Weltgesundheitsorganisation WHO

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https://www.who.int/nutrition/topics/ida/en/
Front. Pharmacol., 23 April 2014 | https://doi.org/10.3389/fphar.2014.00083  Iron deficiency in the elderly population, revisited in the hepcidin era, Fabiana Busti, Natascia Campostrini, Nicola Martinelli and Domenico Girelli